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Pflanzenwissenschaften in Bayern –
Ein Einblick in die Breite der Forschung

Bayern ist ein wichtiger Forschungs- und Technologiestandort. Als eine ehemals von Landwirtschaft geprägte Region spielen agrarwissenschaftliche Fragestellungen in der Forschung bis heute eine große Rollen. An zahlreichen bayerischen Forschungseinrichtungen wird in der Pflanzenwissenschaft unterschiedlichen agrarwissenschaftlichen und ökologischen Fragestellungen nachgegangen. Von politischer Seite wird die Stärkung des Wissenschaftsstandorts in Bayern in unterschiedlicher Weise gefördert.

Bayrische Region Pfaffenwinkel

Idyllische Landschaft im Pfaffenwinkel, der Region zwischen Landsberg, Starnberg, Füssen und Benediktbeuren. Noch heute ist die Agrarwirtschaft in Bayern landschaftsprägend und ist auch bedeutsam für die Pflanzenforschung.

Foto: Heiko Trurnit, Wikimedia Commons

Auch wenn die Landwirtschaft in Bayern volkswirtschaftlich nur von untergeordneter Bedeutung ist, so ist sie bis heute landschaftsprägend und auch kulturell in der Gesellschaft tief verwurzelt. Ferner spielen die Agrar-, Umwelt- und Pflanzenforschung in der bayerischen Wissenschaft bis heute eine große Rolle. Für die Agrarforschung leistet innerhalb der Umweltwissenschaft nicht nur die Ökosystemforschung einen wichtigen Beitrag, auch die Pflanzenforschung kann wesentlich zum Verständnis von Nutzpflanzen in ihrer Umwelt beitragen. In unterschiedlichen Projekten wird darüber hinaus erforscht, wie ein nachhaltiger Landschaftsschutz oder eine zukunftsorientierte Landwirtschaft erreicht werden kann, die sich vor Ort wie auch weltweit den Herausforderung eines globalisierten Marktes, der angestrebten Energiewende, des Klimawandels oder einer wachsenden Weltbevölkerung stellt.

Pflanzenforschung in Bayern

Bedeutende Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Pflanzenforschung sind in Bayern die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und das Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt. Gleichsam wird in Bayern auch an anderen Forschungseinrichtungen und Hochschulstandorten zu pflanzenwissenschaftlichen Fragestellungen gearbeitet. So wird beispielsweise in einem Projekt am Lehrstuhl für Biochemie der Universität Erlangen-Nürnberg die Reaktion von Pflanzen auf Umweltstress (etwa Trockenheit oder Hitze) genauer untersucht. In einem weiteren Projekt am Biozentrum der Universität Würzburg wird ebenfalls zur Stressreaktion von Pflanzen geforscht, nämlich zur Reaktion der Spaltöffnungen an Blättern. Diese und andere Projekte sind Teil eines bayerischen Forschungsverbundes mit Namen ForPlanta. Von den Ergebnissen dieser Projekte erhofft man sich wichtige Erkenntnisse für die Landwirtschaft.

Während in den pflanzenwissenschaftlichen Projekten des Forschungsverbundes ForPlanta die Grundlagenforschung an einer einzelnen Modellpflanze, der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), im Fokus steht, untersuchen andere Projekte die komplexen Wirkungsmechanismen von Pflanzen in Ökosystemen oder anwendungsorientierte Fragestellungen der Pflanzenzucht. Solche Projekte werden beispielsweise am Wissenschaftszentrum Weihenstephan durchgeführt. Untersucht werden nicht nur die komplexen Interaktionen von Pflanzen mit Krankheitserregern oder die Bedeutung der Biodiversität für die Züchtung, sondern auch Fragestellungen aus der landwirtschaftlichen Praxis, etwa zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten im ökologischen Landbau.

Forschung im gesellschaftlichen Kontext

Pflanzen- wie auch Agrarforschung sind ohne die Anbindung an gesellschaftliche, kulturelle und ethische Fragen nicht denkbar. In jeder Gesellschaft gibt es bestimmte Vorstellungen und Bilder von Landwirtschaft und Erwartungen, was diese zu leisten hat. Solche Vorstellungen beeinflussen nicht nur die einzelne Wissenschaftlerin oder den einzelnen Wissenschaftler, sondern auch die Politik. In einem Flächenland wie Bayern, wo Landwirtschaft bis heute eine wichtige kulturelle Rolle gerade im ländlichen Raum spielt, ist es daher wichtig, die Vorstellungen und Erwartungen der Gesellschaft zu thematisieren. Gerade in den letzten Jahren ist in der Hochschullandschaft in Bayern zu beobachten, dass pflanzen- und agrarwissenschaftliche Themen auch außerhalb der Biologie und Biochemie aufgegriffen werden, so etwa in der Soziologie, der Geographie, der Philosophie und auch der Theologie. Eine solche multidisziplinäre Perspektive auf Landwirtschaft und Pflanzenzüchtung kann für die künftige Pflanzenforschung fruchtbar sein.

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